22. Juni 2026 | Leave a comment Wie funktioniert eine Fishbowl? Ein kurzer Reminder: “Bei der Fishbowl-Methode diskutiert eine kleine Gruppe von Teilnehmern im Innenkreis (im „Goldfisch-Glas“) das Thema, während die übrigen Teilnehmer in einem Außenkreis die Diskussion beobachten. Möchte ein Teilnehmer aus dem Außenkreis zur Diskussion beitragen, gibt es verschiedene Formen: […]” Aus Wikipedia: Fishbowl (Diskussionsmethode) Was ist mit Menschen, die nicht Teil dieser beiden sind, zB die Moderation oder eine Person, die erst zum Workshop hinzustößt als die Fishbowl schon begonnen hat? Wer die Methode kennt weiß, dass man sich nicht in die Diskussion einmischen “darf”, es sei denn man ist Teil einer der Kreise. Das wäre sicher anders für eine Person, die die Methode nicht kennt. Sie würde sich vielleicht wundern, wieso der Außenkreis sich nicht in die Diskussion einbringt oder wenn doch nur auf sehr spezielle Art und Weise, zB durch Gaststuhl oder Abklopfen. Das Prinzip hinter solchen Regeln wird im Game Design auch “Magic Circle”, also Magischer Zirkel oder Magischer Kreis genannt. Ein Magischer Zirkel zeichnet sich dadurch aus, dass in ihm besondere Regeln gelten.Sie können räumlich, zeitlich und sozial begrenzt sein. Regeln können explizit definiert oder implizit angenommen sein, sie können vereinbart oder tradiert sein. Magische Zirkel gibt es in allen möglichen Bereichen des täglichen und nicht alltäglichen Lebens. Manche Ereignisse haben auch verschiedene Ebenen, die sich durch diesen Begriff betrachten lassen. Ein Schachspiel als Beispiel: Zirkel: Auf dem Spielbrett gelten bestimmte Regeln wie die Figuren bewegt werden dürfen. Zirkel: Für die Spielenden gelten Regeln, zB wie mit Mitspielenden kommuniziert wird (Ansagen von Schach beispielsweise), ob mit Schachuhr gespielt wird usw. Zirkel: Von Zuschauern des Spiels wird erwartet, dass sie sich nicht einmischen – nicht durch direkten Eingriff ins Spiel, aber auch nicht indem sie zB Hinweise an eine der Spielenden geben. Es gelten für sie also implizite Regeln, obwohl sie gar nicht Teil des eigentlichen Schachspiels sind. Ein Fußballspiel in einem Stadion: Zirkel: Auf dem Platz gelten die Regeln des Sports, so wie sie vereinbart sind. Zirkel: Direkt um den Platz herum gibt es eine Grauzone, wo das Spiel noch weitergeht (wenn ein Ball ins Aus geht zB oder Spieler*innen ausgewechselt werden), aber andere Regeln gelten. Zirkel: Auch für die Zuschauer gibt es bestimmte Regeln, obwohl sie nicht Teil des Fußballspiels selbst sind. Einige davon können trotzdem im Reglement des Spiels festgelegt sein (kein Eingriff in das Spiel zB), andere sind durch andere Vereinbarungen festgelegt (Trennung von Fanblöcken zB oder Verbot des Pyro-Abbrennens). Zirkel: Manchmal gelten sogar außerhalb eines Stadions veränderte Regeln, zB welche Gegenstände mitgebracht werden dürfen, ob Alkohol konsumiert werden darf usw.). Und noch mal zurück zur Fishbowl: Zirkel: Der innere Kreis diskutiert zu einem Thema – untereinander, aber normalerweise nicht mit den Teilnehmenden im Außenkreis. Zirkel: Der Außenkreis beobachtet, diskutiert aber nicht mit. Zirkel: Die Moderation und andere Menschen außerhalb beider Kreise sind nicht an der Diskussion beteiligt. Jeder einzelne dieser „Magischen Zirkel“ hat eigene Regeln und Begrenzungen und daraus ergeben sich eigene Standpunkte und Erfahrungen. Beitragsbild: https://www.flickr.com/photos/deanmccoyphotos/ Teilen auf: Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X